Dienstag, Mai 23, 2006

Spielstile, welcher ist der Beste ?

Im Pokern gibt es 4 Hauptspiel-Stile:

1. Loose-Passive
2. Loose-Aggressive
3. Tight-Passive
4. Tight-Aggressive

Der vordere Teil eines jeden Spielstils bezieht sich auf die Hands, die man spielt, sprich darauf, mit welchen Pocketkarten man überhaupt an einer Hand teilnimmt. "Loose" beschreibt hierbei einen Spieler , der mit einer Vielzahl von Pockethands am Spiel teilnimmt.
"Tight" beschreibt einen Spieler, der seine Pocketkarten mehr selektiert und nur "gute Hände" spielt.

Der hintere Teil der Spielstilbeschreibung bezieht sich auf das "Betting" (=den Einsatz) den ein Spieler bringt, wenn er eine Hand spielt. Ein "passiver" Spieler callt häufig und erhöht ("raise") selten. Ein "aggressiver" Spieler macht häufiger Bets und Raises.


Der bekanntlich effektivste Spielstil ist "Tight-Aggressive".
Einige Gründe hierfür später, erstmal wollen wir uns die anderen Spielstile anschauen und Strategien dazu, wie man gegen diese Spieler gewinnen kann.


LOOSE-PASSIVE

Loose-passive ist der typische "Amateur" Pokerstil.
Diese Fische spielen eine grosse Vielzahl von Starting-Hands und folden selten vor dem Flop.

Sie spielen Check/Call nach dem Flop auf Turn und River mit Händen wie Mittelpaar und Ace-high, oder sogar mit kleinem Paar. Darum werden diese Spieler auch gerne "Calling-Stations" genannt.

Wenn Du nun solche Spieler ausmachst, dann warte auf eine gute Hand und setze in sie hinein. Aber setze nicht zu viel, ausser Du willst, dass sie folden. Gewöhnlichweise ist die beste Technik solche Spieler zu melken, in dem Du Pre-Flop, Flop, Turn und River setzt. Einen Check/Raise brauchst Du nicht zu probieren, denn wenn Du checkst, checken sie hinter Dir, also immer eine kleinen Bet und sie werden Dich callen.

Wenn Du einen Bluff gegen einen Loose-passive Spieler ansetzt, dann spiele ihn sehr AGGRESSIV, andernfalls wirst Du von den Calling-Station gecallt.
Ausserdem wähle Deine Attacke mit bedacht, denn der loose-passive Spieler könnte auch Top-Pair haben und wird Dich mit Check/Call bis zum River begleiten, auf dem Du verlierst. Aus diesem Grunde solltest Du das Bluffen gegen eine Calling-Station nicht anwenden. Sie zahlen Dich gut aus, wenn Du gute Karten hast, es gibt also nur wenig Gründe, jede Hand gegen sie gewinnen zu wollen.


LOOSE-AGGRESSIVE

Diese Spieler heissen auch "Maniac".
Der Maniac kann Deine Taschen sehr schnell leeren, wenn Du nicht die richtige Strategie gegen ihn anwendest.

An erster Stelle steht hier die "GEDULD". Sei geduldig und warte ab, lass Dich nicht vom Maniac aus der Ruhe bringen. Der Maniac spielt häufig "schlechte" Starthände, oder er raist sogar mir Rags. Aber wenn er trifft, dann kann ihn kein Spieler auf eine gemachte Hand setzen. Das macht den Maniac so gefährlich.
Einige Spieler ärgern sich über das aggressive Spiel des Maniacs, sie spielen auch looser, setzen mehr Geld in den Pot als nötig und werden dann von seinen getroffenen Rags oder, wenn er mal eine Top-Hand hat, ausgehebelt und müssen ihren Stack dem Maniac überlassen. Also cool bleiben und in Geduld üben.
Noch ein Beispiel:
Der Manic callt einen Pre-Flop Raise mit 2-4o und der Flop bringt A-3-5. Der Preflop-Raiser hat A-K und denkt nun er hat die beste Hand. Turnkarte ist ein König und der River ist eine 10. Der Preflop-Raiser wird nun mit seinem Top-2-Pair eine Menge Chips an den Maniac verlieren.
Dann passiert es häufig, dass ein Spieler auf "tilt" geht und anfängt den Spielstil des Maniac nachzuspielen, heisst, er fängt an, die Bets und Raises des Maniacs zu callen und er verliert noch mehr.
Das ist die Art und das Ziel des Maniacs.

Um nun einen Maniac zu schlagen, musst Du auf eine starke Hand warten. Die Schwäche des Maniacs ist, er hasst es geraist zu werden. Ausserdem wird Dir auffallen, dass viele Maniacs sich häufig "pot-committed" fühlen, wenn sie in den Pot schon Chips eingezahlt haben.

Wenn Du nun mit einer starken Hand Heads-Up gegen einen Maniac stehst, dann raise ihn oder mache kleine Bets und verführe ihn zu bluffen. Lass den Maniac zu Dir kommen, lass ihn den falschen Move zur falschen Zeit machen und Du wirst seine Chips gewinnen, und oft genug alle seine Chips.


TIGHT-PASSIVE

Der Tight-passive Spieler ist einfach zu schlagen. Wenn sie setzen oder raisen, dann geh aus der Hand und folde. Denn dann haben sie eine Top-Hand. Wenn sie nur checken, dann „repräsentiere“ den Flop und setze. Häufig kannst Du die Tight-passive Spieler so aus der hand bekommen.

Tight-passive Spieler können oft lange an einem Tisch oder auch in einem Turnier überleben, das sie keine Risiken eingehen und niemals zu viele Chips riskieren. Aber in Turnieren werden sie meistens irgendwann von den Blinds eingeholt.

Verwende Bluffs, Semi-Bluffs, und aggressive Bets, um dem Tight-passive Spieler den Chipsstack abzunehmen.


TIGHT-AGGRESSIVE

So nun wollen wir zu unserem bevorzugtem Spielstil kommen, und das ist Tight-aggressive.
Tight-aggressive Spieler wählen ihre Starthände sehr gewissenhaft aus. Sie limpen (callen pre-flop) nur sehr selten . Entweder sie folden oder sie raisen vor dem Flop. Nach dem Flop machen sie aggressive Bets, wenn sie eine Hand haben oder wenn sie Preflop geraist haben.

Der Grund warum der Tight-aggressive Spielstil so effektiv ist, liegt auf der Hand, Du riskierst nur dann Chips wenn Du eine Hand hast. Aber wenn Du eine Hand hast und Deine Chips riskierst, dann riskierst Du eine Menge Chips. Daraus resultiert, dass Du nur eine kleine Anzahl von gewonnen Händen brauchst, um einen schönen Chipstack aufzubauen.
Dieser Spielstil wird von vielen Pro’s angewendet und proklamiert.

Die Kehrseite dieses Spielstils ist, dass er leicht zu erkennen ist. Mit dem Spielstil „Tight-aggressive“ baut man sich schnell auch ein tightes Tisch-Image auf, und dann werden Dir Deine Gegner keine Aktion und auch keine Chips geben wollen, wenn Du eine Deiner „Big-Hands“ hast.

Nun wie löst Du dieses Problem ?
Die Lösung ist absichtlich ein LOOSE Image am Tisch zu hinterlassen, in dem man ab und zu sein Spiel in den Maniac Stil wechselt.
Zum Beispiel am Anfang des Spiels, in dem Du den einen oder anderen Bluff zeigst. Spiele den Bluff, wenn die anderen Spieler Schwäche zeigen und Du eine gute Tischposition für einen Bluff hast.
Nehmen wir an Du hast 8-7c am Button und 3 Spieler limpen. Du raist 7x BB und alle Spieler folden.
Dann zeigst Du Deine Suited-Connectores und sagst: "C'mon guys, I just KNOW someone had my eight high beat..."

Ein Spielzug wie dieser ist abhängig vom Tisch meistens schon genug um bei den eigenen BigHands später genügend Aktion zu bekommen. Auf diese Art bekommst Du mit Deinem K-K bei nächsten Mal auf dem Button , wenn Du wieder 7xBB raist, einen oder zwei Caller.

Ein grosser Vorteil des Spielstils “Tight-aggressive” ist, dass viele Spieler nicht richtig unterscheiden können zwischen “Loose” ( Dein Preflop Verhalten)und “Aggressive” (Dein Postflop Verhalten).

Nochmals erklärt, “loose”/”tight” bezieht sich auf die Hände, die Du spielst. „Passive“/“aggressive” bezieht sich auf Dein Setz-Verhalten.

Wenn Du aggressiv raist mit starken Händen und das ganze mit gezielten Bluffs untermalst, wirst Du Deine Gegner genügend verwirren, und sie werden sich bei Dir nicht auf einen Spielstil festlegen können.
Natürlich gibt es noch einige Zwischenstationen zwischen diesen 4 Hauptspiel-Stielen.
Dennoch solltest Du Dich auf „Tight-Aggressive“ als Deinen Hauptspielstil festlegen, mit dem Wissen hier und da ein wenig den Stil zu mixen , um nicht zu berechenbar zu werden.

Wichtig für Dich ist hierbei, dass Du lernen musst, wann es Zeit ist, den Stil abzuwandeln und in welcher Art abzuwandeln. Du musst lernen Deine „Tells“ so zu setzen, dass Du Deine Gegner an der Nase herumführst.

Wenn Du Techniken wie diese über den Spielstil lernst, wirst Du in der Lage sein, kontinuierlich beim Texas Holdem Poker zu gewinnen.

Montag, Januar 23, 2006

Sit and Go - Eine Einführung

Was bedeutet Sit and Go

Ein Sit and Go ist ein Pokertournament. Der Name kommt daher, dass diese Tournaments beginnen, wenn die Zahl der vorbestimmten Plätze durch Spieler aufgefüllt ist. Es gibt keine feste Anfangszeit, sondern man setzt sich an den Tisch und wenn alle Spots gefüllt sind geht es los.
Jeder Spieler zahlt bei einem Sit and Go dasselbe Buy-In und bekommt dieselbe Anzahl von Chips. Die Blinds erhöhen sich entweder nach einer bestimmten Anzahl von gespielten Händen oder nach einer festen Zeitdauer. Die Preisverteilung ist auch festgelegt und wird Dir meistens nochmal angezeigt, wenn Du Deine Registrierung zu dem Sit and Go bestätigst.

Anzahl Spieler in einen Sit and Go

Sit and Go's können 50 Spieler haben oder auch nur 2 Spieler (Heads-Up). Die Mehrzahl der Sit and Go's sind 10 Spieler Turniere, die an einem Tisch stattfinden. Diese werden dann auch Single Table Tournaments ( STT ) genannt. Teilweise werden auch Short-Table Sit and Go's angeboten mit nur 5 oder 6 Spielern.
Da jeder Spieler das gleiche Buyin bezahlt , sind beispielsweise bei einem $10 Sit and Go an einem 10er Tisch $100 im Preispool. Die Standardpreisverteilung ist 50-30-20, bedeutet der erste bekommt 50% des Preispools, der zweite 30% und der dritte 20%. Nicht zu vergessen ist das Fee (=Gebühr), das ist der Hausanteil den die Pokerseite behält. Dieser Hausanteil beträgt häufig 10% des Buyins.

Dauer eines Sit and Go

Ein 10 Spieler Sit and Go dauert zwischen 30 und 60 Minuten. Auf manchen Seiten werden auch Turbo-SnG angeboten, die aufgrund der schneller steigenden Blinds-Struktur auch schneller enden. NoLimit SnG sind schneller als Limit SnG , dies liegt an der Möglichkeit All-In zu gehen bei den NL Spielen.

Sit and Go versus Ring Games

Einfachste Unterscheidung ist, Sit and Go's sind Tournaments, fester Buy-In für alle, gleiche Anzahl Chips für alle, vordefinierte Preisstruktur. Ring Games werden auch vielfach als Cash-Games bezeichnet. Merkmal sind auch:

  • In ein Ring Game kannst Du jederzeit durch Einzahlen einsteigen, und auch jederzeit wieder aussteigen. Für ein Sit and Go musst Du vor Turnierbeginn eingestiegen sein und Du bist solange im Spiel wie Du Chips hast.
  • Sit and Go's haben einen klar definierten Startzeitpunkt, nämlich dann wenn alle Plätze belegt sind, und enden wenn ein Spieler alle Chips hat. Ring Games laufen durchgängig.
  • In Sit and Go's steigen die Blinds kontinuierlich an, festgelgt durch die Blind-Level-Struktur entweder aufgrund einer gespielten Anzahl von Händen oder aufgrund der Spielzeit. In Ring Games bleiben die Blinds immer gleich.
  • Ein Sit and Go zu gewinnen, bedarf es einer komplett anderen Strategie als das Spiel in Ring Games. Mehr über Sit and Go Strategie gibt es in einem Folgeartikel.

Popularität von Sit and Go

Je nach Spielweise des einzelnen kann man in SnG mehr Spass haben und auch mehr Geld machen. Ring Games muss man vielfach aussitzen und schaut dann auf einen Gewinn von 2-3 BigBlinds pro Stunde. Jedoch gibt es bei SnG auch mehr Auf-und-Ab . Gute SnG Spieler kommen auf einen ROI (=Return of Investment) von > 20% . Aber dafür muss man eine Strategie entwicklen, denn nur die 2-3 oberen Plätze bekommen das Geld. Ziel ist also immer Platz 1 und als Notfalllösung auch Platz 2 oder 3.

Sit and Go Strategie

Hier nun endet die Einführung, denn eine geeignete Sit and Go Strategie beinhaltet soviel Stoff , dass diesem ein eigener Artikel gewidmet werden sollte. Sobald er bereit steht, wird eine Nachricht im Newsflash auf German Poker Team zu finden sein.

Montag, Januar 02, 2006

Poker - Vorsätze

Den Beginn des neuen Jahres wollen wir nutzen wichtige Pokervorsätze niederzuschreiben, an die wir uns alle halten sollten ;) .

#1 - Geduld und guten Karten
Einer der wichtigesten Vorsätze muss sein, dass Du geduldig bist und auf gute Karten wartest. Es ist nun Zeit, dass Du aufhörst K-9o an einem 10er Tisch zu spielen und dass Du nur die Premium Hände spielst.
Keine Entschuldigungen, wie "ich bekomme nur schlechte Hände und die Blinds fressen mich auf". Du willst ernsthaft und erfolgreich Poker spielen, dann gilt nur noch die Devise:
"Ich bin geduldig und diszipliniert!"

#2 - Bluffen zur rechten Zeit
Klar ist es ein persönliches Highlight, wenn Du einen Pot mit nichts auf der Hand gewinnst, weil Du den Pot aufgekauft hast. Aber genau dieses Art des Bluffens, bei der Du nach Gefühl Dein Geld riskierst, hört ab sofort auf. Ab jetzt wird das Bluffen nur noch strategisch angewendet, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind.

  • Du fühlst Schwäche bei Deinen Gegnern
  • Du hast eine gute späte Position
  • Du hast einige Outs
Die ersten beiden Bedingungen sind häufig erfüllt, aber mit Hinzunahme der dritten Bedingung wird Dein Bluff strategisch, denn nun bleibt Dir eine Chance doch noch zu gewinnen, auch wenn Dein Gegner Dich durchschaut und Deinen Bluff callt.
Beispiel: Der Flop ist A-K-Q, Dein Gegner checkt, Du hast 7-2o und probierst einen All-In Bluff. Diesmal hat Dein Gegner Q-Q auf der Hand und seine Queens "Slow-Play" gespielt. Er callt und Du bist der "Fish".
Wenn Du nun T-8o auf der Hand hast, bist Du zwar immer noch hintendran gegen Q-Q, aber Du hast mit den Buben 4 Outs, die Dir den Pot bringen können. Und mit Turn- und Rivercard hast Du eine 16% Chance.
Wenn Du nun viel poker spielst, wirst Du auch einiges an Bluffs versuchen, dabei wird nicht jeder Bluff gelingen, aber wenn Du mit Outs bluffst, dann wirst Du in 10% der vergeigten Bluffs noch gewinnen. Und genau diese zusätzlichen 10% werden Deinen Profit erhöhen. Artikel zum Thema Bluffen

#3 - Spielanalyse
Du solltest Dein Spiel und Deine Handhistories mit Pokertools auswerten. Nimm Dir die Zeit, und schau Dir Deine Starting Hands an, Deine Position, Deine All-Ins. Du wirst feststellen, an welchen Stellen Du Fehler im Spiel hast und kannst diese Lücken schliessen.

#4 - Bad Beat Stories
Hör auf zu lamentieren und uns Deine "Bad Beat Stories" zu erzählen. Jeder kennt Sie aus eigener Erfahrung.

#5 - Varianten und Verschleierung
Spiele Poker nicht wie ein Gewohnheitstier. Wenn Du häufig mit den gleichen Spielern am Tisch sitzt, dann werden sich diese Gegner Deine Spielgewohnheiten zu Nutze machen. Variiere also Deine Bet-Grössen und Deine Starting-Hands.

#6 - Gut-Shot-Straight-Draws
Das Chasing von 4 Outs eines "inside straight draws" ist ein typischer Anfänger Fehler. In den meisten Fällen fehlen Dir die Pot Odds für einen Call. Wenn schon dann spiele die "Open-End-Straight-Draws" (OESD) denn mit 8 Outs vor Turn und River bekommst Du bessere Odds.

#7 - Odds und Outs und Poker
Die mathematischen Anforderungen im Poker an Dich sind nicht so hoch, wie Du vielleicht denkst, denn Du brauchst nur die Grundrechenarten für das tägliche Spiel.
Artikel zu dem Thema findest Du unter


Also beschäftige Dich mit der Pokermathematik , dann verbesserst Du Dein Spiel.

#8 - Cool (Wo)Man
Nein, es wird nicht ge-tilted beim Spiel. Wie alle haben Auf- und Abs im Spiel, aber wir bleiben ruhig. Und wenn es einmal ganz heftig wird, dann muss eine Pause her.
Emotionen verschlechtern Dein Spiel, also lass die anderen tilten und schnapp Dir ihre Chips, aber verschenke nicht Dein Geld, weil Du auf "Tilt" bist. Und im Chat, da wahre immer die Etiquette, sage "nh" oder "nice catch" nach einem BadBeat, aber werde nicht persönlich, selbst wenn die anderen Dich anfeinden, dann verlasse den Tisch oder schalte den Chat ganz einfach aus.

#9 - Position
Es kann gar nicht oft genug erwähnt werden, aber Holdem Poker ist ein Spiel aus der Position heraus. Du kannst mehr Hände aus LP spielen, denn Du weisst, was Deine Gegner gemacht haben. Spiele nur die Premium Hände aus EP, denn hier haben Deine Gegner den "Read" von Dir. Und vergiss nicht aus der Button-Position hin und wieder die Blinds zu stehlen. Artikel zum Thema Position:

#10 - Besuche GermanPokerTeam...
... und erzähle allen von dieser Pokerseite....
Okay, Spässle gemacht :) ... aber schaut trotzdem ab und zu vorbei, was es an neuen Artikeln oder News gibt, denn wir werden weiterhin versuchen mit unseren Artikeln und Informationen Euch bei der Verbesserung Eures Spieles zu unterstützen.

Dienstag, Oktober 04, 2005

Drawing Hands

Immer wieder kommt es vor, dass uns der Flop eine Drawing Hand beschert. Drawing Hand bedeutet für uns, es fehlt uns nur eine Karte um eine gemachte Hand zu bekommen, am liebsten eine Monsterhand mit den Nuts (bestmögliche Hand).
Wichtig für uns ist zu wissen, wie bekomme ich solch eine Monsterhand möglichst billig und wenn ich sie habe, wie bekomme ich das meiste Geld von meinen Gegnern.
Immerwieder wirst Du es erleben, dass Dich die anderen Spieler zum "Luckiest Player of the World" küren, wenn Du mal wieder Deinen Draw getroffen hast. Doch Du selber weisst, wie häufig Du Geld in den Pott bezahlt hast und Du Deine Karten folden musstest, weil Dein Draw daneben ging.
Unser Ziel ist doch ganz klar: "Cheap missed Pots, Big hitted Pots"

Du musst erstmal ein Gefühl dafür bekommen, was ein guter Draw ist und was ein schlechter Draw ist. Unsere Hilfsmittel hierfür sind die Outs und die Odds darauf, dass wir unsere Karte bekommen. (Tabelle: Outs und Odds)
Wenn Du ein Open-End-Straight-Draw (OESD) floppst, dann hast Du 8 Karten, die Dir einen Straight bringen, hast Du nur einen Inside-Straight-Draw (Gutshot Straight), verbleiben Dir nur 4 Karten und mit einem Flush-Draw hast Du 9 Outs. Das bedeutet für uns, wir können mehr Geld in ein OESD oder Flush-Draw investieren als in einen Gutshot-Straight-Draw. Auch wenn das klar zu sein scheint, gibt es genügend Spieler die viel Geld in einen Gutshot-Straight-Draw investieren.
Wenn wir nun eine Drawing Hand bekommen, dann ist unser erstes Ziel möglichst viele FreeCards bzw. billige Karten zu bekommen. Sagen wir Du hast einen Flush-Draw und alle checken bis zu Dir, was weisst Du nun, nichts weisst Du. Du weisst nicht was die anderen haben könnten, wenn wir mal ein normales Preflop Spiel voraussetzen. Einige Spieler versuchen nun den Pot zu kaufen durch einen starken Bet. Dies ist keine gute Idee, denn Du hast noch keine gemachte Hand. Wenn vor Dir nun 1 oder 2 Spieler ihre Hand Slow-Play gespielt haben, dann wirst Du mit einem Raise konfrontiert, callst diesen Raise und alle anderen folden. Nun triffst Du nicht auf dem Turn und Dein Gegner wird einen weiteren hohen Bet spielen. Jetzt hast Du nur die Möglichkeit zu folden um Deine Verluste zu begrenzen oder Du gehst mit bei nur 20% Chance Deine Hand zu komplettieren. Beide Optionen sind nicht besonders prickelnd. Wenn Du callst und verfehlst auf dem River, dann stehst Du genauso da wie auf dem Turn. Manche Spieler versuchen dann den Pot noch zu kaufen durch einen grossen Bet, obwohl sie ihren Draw verfehlt haben. Manchmal klappt das auch, aber vielfach lässt sich ein zuvor aggressiver Spieler, der vielleicht sogar die Nuts hält, auch von einem grossen Bet nicht zum Folden verleiten.
Zurück zu unserer Option auf dem Flop zu checken und die Turnkarte "ForFree" zu bekommen. Wenn Du nun nicht getroffen hast und ein oder mehrere Spieler vor Dir nun setzen und raisen, dann kannst Du Dir ausrechnen, dass Call nicht die richtigen Potodds hat und Du foldest ohne weiteres Geld investiert zu haben.
Jedesmal also, wenn Du auf eine Karte wartest, die Deine Hand verbessern soll, dann solltest Du zusehen, diese Karte billig zu bekommen.
Manche Spieler glauben, sie müssten den Pot aufbauen, wenn sie auf einem Draw sind, aber bedenke, wenn es $10 kostet eine Karte zu sehen und es sind 6 Spieler beteiligt, dann ist der Pot $60. Wenn dagegen die nächste Karte $40 kostet, dann sind nur 2 Spieler im Pot und der Pot ist nur $80. Die Potdifferenz ist nur $20, aber Du sparst $30 beim billigen Spiel. Ausserdem kannst Du den Pot erhöhen, wenn Du erstmal getroffen hast.

Das Spiel mit den Drawing Hands ist nicht ganz einfach, und es neben den Outs und Odds auch vom Spielstil der Gegner mit beeinflusst. Aber wenn Du Dein Spiel bei den Drawing Hands verbesserst, dann bist Du auf dem Weg vom Fish über den Barracuda zum Hai. Und wenn dann die Leute anfangen, Dich am Pokertisch "Lucky" zu nennen, dann kannst Du Dich zurücklehnen, lächeln und denken Texas Hold'em ist kein Glücksspiel, es ist ein Geschicklichkeitsspiel.

Freitag, August 12, 2005

Pot Odds

Neben der Position sind die Pot Odds ein weiterer wichtiger Faktor beim Pokern.
Die Pot Odds bestimmen, welchen Einfluss das Geld im Pot auf die Entscheidung haben, einen Hand zu spielen oder nicht.
Für alle, die sich noch nicht mit Pot Odds auseinandergesetzt haben, erstmal ein kleines Beispiel:
Angenommen Du hälst K-Q und der Flop ist J-T-3. Nun hast Du mit jeder 9 oder jedem As die Nuts-Straight (bestmögliche Strasse). Ebenso bringen Dir ein König oder eine Dame Top-Pair und verbessern Deine Hand. Du kannst nun Deine Pot Odds wie folgt berechnen:

  • wieviel Geld ist im Pot
  • wieviel kostet es Dich im Spiel zu bleiben
  • wie sind Deine Chancen die beste Hand zu bekommen

Nehmen wir an es sind 100$ im Pot und ein Bet kostet Dich 10$. Und der Einfachheit wegen nehmen wir an Du machst Deine Hand mit der nächsten Karte und nur eine Strasse bringt Dir die beste Hand.
Die Wahrscheinlichkeit die beste Hand zu machen ist das Verhältnis der Karten, die Dir nichts bringen, zu den Karten, die Deine Hand verbessern. In unserem Fall 39-8 (die Darstellung x-y oder x:y wird auch Odds genannt). Von den 47 unbekannten Karten im Spiel, sind 39 für Dich blank, also bringen Dir nichts, wohingegen 8 gut sind ( 4 Neuner und 4 Asse ) und Dir eine Strasse bringen. Das Verhältnis kann auch als Bruch ausgedrückt werden 8/47 oder ungefähr 1/6 (die Darstellung wird oft auch als Chance bezeichnet).

Der Unterschied zwischen Odds und Chance besteht darin:
Odds bezeichnet die Unwahrscheinlichkeit, dass ein Ereignis eintritt. Wohingegen Chance die Wahrscheinlichkeit beschreibt, dass ein Ereignis eintritt. Odds werden als Verhältnis ausgedrückt, mit der grösseren Zahl als Indikator für Nichteintreffen und der kleineren Zahl als Indikator für das Eintreffen unseres gewünschten Ereignisses. In unserem Beispiel haben wir 39 schlechte Karten und nur 8 gute Karten.
Chance ist die prozentuale Wahrscheinlichkeit, dass unser Ereignis eintritt. Ausgedückt als Bruch oder als Prozentzahl mit dem Zähler für unsere guten Karten und dem Nenner für alle möglichen Karten, also 8/47 (oder ungefähr 1/6 (16,6%)).

Zurück zu unseren drei Punkten zur Bestimmung der Pot Odds und damit zur Entscheidung, wie eine Hand zu spielen ist. Es ist auf jeden Fall falsch immer zu callen nur weil man ein Straight Draw hat. Du musst immer berücksichtigen, ob Dir der Pot den richtigen Preis bietet.
Den Preis des Pots kannst Du auch wieder als Verhältnis (100-10) oder als Bruch (10/110) darstellen. Was bleibt ist, dass Du Pot Odds von 10-1 bekommst auf Deinen Call. Das heisst, wenn Du Deine Hand mehr als einmal in 11 Händen machst, dann gewinnst Du. Da nun Deine Chance auf eine Verbesserung von K-Q bei 1/6 liegen, ist ein Call die richtige Entscheidung.

Was ist nun mit einem Inside-Straight-Draw, bei dem Du nur 4 Outs hast. Deine Chance liegt nun bei 4/47 oder ein wenig besser als 1/12. Mit der Pot Grösse von oben und dem zu erbringenden Bet von $10 liegts Du nun über den Pot Odds, also ist ein Fold die richtige Entscheidung. Wäre der Pot aber grösser oder der zu bringende Bet kleiner, könnte ein Call die richtige Entscheidung sein.

Da stellt man sich doch die Frage, wieviel Mathematik brauch ich zum Pokern ?
Keine Sorge man muss kein Mathe-Genie sein, die Grundrechenarten reichen völlig aus. Was man braucht, ist ein gutes Verständnis über die Zusammenhänge von Outs und Odds und die Berechnung der Pot Odds. Man kann dies im Kopf bei jeder Hand machen oder aber man lernt die Wahrscheinlichkeiten der meisten Outs auswendig. Eine Übersicht findet Ihr in der Tabelle: Outs und Odds.
Ein Fehler ist es sich nicht mit Odds auseinander zu setzen. Denn dann callt man, wenn man folden sollte oder foldet, wenn man callen sollte.

In vielen Fällen ist es schon klar, welche Entscheidung man treffen sollte. Einen $10 Call in einen $300 Pot , wenn man Flush-Draw (9 Outs) hat, ist ein No-Brainer.
Doch manchmal liegen die Zahlen eng beieinander und es muss eine "Coin-Flip" Entscheidung her, ob man callt oder nicht. Man kann aber auch zusätzlich noch das Konzept der Implied Odds in seine Entscheidung mit einberechnen.

Fakt ist, die Pot Odds sind sehr wichtig bei der Entscheidungsfindung. Setzt Euch damit auseinander und Ihr werdet Eure Spiel verbessern.