Spielstile, welcher ist der Beste ?
Im Pokern gibt es 4 Hauptspiel-Stile:
1. Loose-Passive
2. Loose-Aggressive
3. Tight-Passive
4. Tight-Aggressive
Der vordere Teil eines jeden Spielstils bezieht sich auf die Hands, die man spielt, sprich darauf, mit welchen Pocketkarten man überhaupt an einer Hand teilnimmt.
"Loose" beschreibt hierbei einen Spieler , der mit einer Vielzahl von Pockethands am Spiel teilnimmt.
"Tight" beschreibt einen Spieler, der seine Pocketkarten mehr selektiert und nur "gute Hände" spielt.
Der hintere Teil der Spielstilbeschreibung bezieht sich auf das "Betting" (=den Einsatz) den ein Spieler bringt, wenn er eine Hand spielt. Ein "passiver" Spieler callt häufig und erhöht ("raise") selten. Ein "aggressiver" Spieler macht häufiger Bets und Raises.
Der bekanntlich effektivste Spielstil ist "Tight-Aggressive".
Einige Gründe hierfür später, erstmal wollen wir uns die anderen Spielstile anschauen und Strategien dazu, wie man gegen diese Spieler gewinnen kann.
LOOSE-PASSIVE
Loose-passive ist der typische "Amateur" Pokerstil.
Diese Fische spielen eine grosse Vielzahl von Starting-Hands und folden selten vor dem Flop.
Sie spielen Check/Call nach dem Flop auf Turn und River mit Händen wie Mittelpaar und Ace-high, oder sogar mit kleinem Paar. Darum werden diese Spieler auch gerne "Calling-Stations" genannt.
Wenn Du nun solche Spieler ausmachst, dann warte auf eine gute Hand und setze in sie hinein. Aber setze nicht zu viel, ausser Du willst, dass sie folden. Gewöhnlichweise ist die beste Technik solche Spieler zu melken, in dem Du Pre-Flop, Flop, Turn und River setzt. Einen Check/Raise brauchst Du nicht zu probieren, denn wenn Du checkst, checken sie hinter Dir, also immer eine kleinen Bet und sie werden Dich callen.
Wenn Du einen Bluff gegen einen Loose-passive Spieler ansetzt, dann spiele ihn sehr AGGRESSIV, andernfalls wirst Du von den Calling-Station gecallt.
Ausserdem wähle Deine Attacke mit bedacht, denn der loose-passive Spieler könnte auch Top-Pair haben und wird Dich mit Check/Call bis zum River begleiten, auf dem Du verlierst. Aus diesem Grunde solltest Du das Bluffen gegen eine Calling-Station nicht anwenden. Sie zahlen Dich gut aus, wenn Du gute Karten hast, es gibt also nur wenig Gründe, jede Hand gegen sie gewinnen zu wollen.
LOOSE-AGGRESSIVE
Diese Spieler heissen auch "Maniac".
Der Maniac kann Deine Taschen sehr schnell leeren, wenn Du nicht die richtige Strategie gegen ihn anwendest.
An erster Stelle steht hier die "GEDULD". Sei geduldig und warte ab, lass Dich nicht vom Maniac aus der Ruhe bringen. Der Maniac spielt häufig "schlechte" Starthände, oder er raist sogar mir Rags. Aber wenn er trifft, dann kann ihn kein Spieler auf eine gemachte Hand setzen. Das macht den Maniac so gefährlich.
Einige Spieler ärgern sich über das aggressive Spiel des Maniacs, sie spielen auch looser, setzen mehr Geld in den Pot als nötig und werden dann von seinen getroffenen Rags oder, wenn er mal eine Top-Hand hat, ausgehebelt und müssen ihren Stack dem Maniac überlassen. Also cool bleiben und in Geduld üben.
Noch ein Beispiel:
Der Manic callt einen Pre-Flop Raise mit 2-4o und der Flop bringt A-3-5. Der Preflop-Raiser hat A-K und denkt nun er hat die beste Hand. Turnkarte ist ein König und der River ist eine 10. Der Preflop-Raiser wird nun mit seinem Top-2-Pair eine Menge Chips an den Maniac verlieren.
Dann passiert es häufig, dass ein Spieler auf "tilt" geht und anfängt den Spielstil des Maniac nachzuspielen, heisst, er fängt an, die Bets und Raises des Maniacs zu callen und er verliert noch mehr.
Das ist die Art und das Ziel des Maniacs.
Um nun einen Maniac zu schlagen, musst Du auf eine starke Hand warten. Die Schwäche des Maniacs ist, er hasst es geraist zu werden. Ausserdem wird Dir auffallen, dass viele Maniacs sich häufig "pot-committed" fühlen, wenn sie in den Pot schon Chips eingezahlt haben.
Wenn Du nun mit einer starken Hand Heads-Up gegen einen Maniac stehst, dann raise ihn oder mache kleine Bets und verführe ihn zu bluffen. Lass den Maniac zu Dir kommen, lass ihn den falschen Move zur falschen Zeit machen und Du wirst seine Chips gewinnen, und oft genug alle seine Chips.
TIGHT-PASSIVE
Der Tight-passive Spieler ist einfach zu schlagen. Wenn sie setzen oder raisen, dann geh aus der Hand und folde. Denn dann haben sie eine Top-Hand. Wenn sie nur checken, dann „repräsentiere“ den Flop und setze. Häufig kannst Du die Tight-passive Spieler so aus der hand bekommen.
Tight-passive Spieler können oft lange an einem Tisch oder auch in einem Turnier überleben, das sie keine Risiken eingehen und niemals zu viele Chips riskieren. Aber in Turnieren werden sie meistens irgendwann von den Blinds eingeholt.
Verwende Bluffs, Semi-Bluffs, und aggressive Bets, um dem Tight-passive Spieler den Chipsstack abzunehmen.
TIGHT-AGGRESSIVE
So nun wollen wir zu unserem bevorzugtem Spielstil kommen, und das ist Tight-aggressive.
Tight-aggressive Spieler wählen ihre Starthände sehr gewissenhaft aus. Sie limpen (callen pre-flop) nur sehr selten . Entweder sie folden oder sie raisen vor dem Flop. Nach dem Flop machen sie aggressive Bets, wenn sie eine Hand haben oder wenn sie Preflop geraist haben.
Der Grund warum der Tight-aggressive Spielstil so effektiv ist, liegt auf der Hand, Du riskierst nur dann Chips wenn Du eine Hand hast. Aber wenn Du eine Hand hast und Deine Chips riskierst, dann riskierst Du eine Menge Chips. Daraus resultiert, dass Du nur eine kleine Anzahl von gewonnen Händen brauchst, um einen schönen Chipstack aufzubauen.
Dieser Spielstil wird von vielen Pro’s angewendet und proklamiert.
Die Kehrseite dieses Spielstils ist, dass er leicht zu erkennen ist. Mit dem Spielstil „Tight-aggressive“ baut man sich schnell auch ein tightes Tisch-Image auf, und dann werden Dir Deine Gegner keine Aktion und auch keine Chips geben wollen, wenn Du eine Deiner „Big-Hands“ hast.
Nun wie löst Du dieses Problem ?
Die Lösung ist absichtlich ein LOOSE Image am Tisch zu hinterlassen, in dem man ab und zu sein Spiel in den Maniac Stil wechselt.
Zum Beispiel am Anfang des Spiels, in dem Du den einen oder anderen Bluff zeigst. Spiele den Bluff, wenn die anderen Spieler Schwäche zeigen und Du eine gute Tischposition für einen Bluff hast.
Nehmen wir an Du hast 8-7c am Button und 3 Spieler limpen. Du raist 7x BB und alle Spieler folden.
Dann zeigst Du Deine Suited-Connectores und sagst: "C'mon guys, I just KNOW someone had my eight high beat..."
Ein Spielzug wie dieser ist abhängig vom Tisch meistens schon genug um bei den eigenen BigHands später genügend Aktion zu bekommen. Auf diese Art bekommst Du mit Deinem K-K bei nächsten Mal auf dem Button , wenn Du wieder 7xBB raist, einen oder zwei Caller.
Ein grosser Vorteil des Spielstils “Tight-aggressive” ist, dass viele Spieler nicht richtig unterscheiden können zwischen “Loose” ( Dein Preflop Verhalten)und “Aggressive” (Dein Postflop Verhalten).
Nochmals erklärt, “loose”/”tight” bezieht sich auf die Hände, die Du spielst. „Passive“/“aggressive” bezieht sich auf Dein Setz-Verhalten.
Wenn Du aggressiv raist mit starken Händen und das ganze mit gezielten Bluffs untermalst, wirst Du Deine Gegner genügend verwirren, und sie werden sich bei Dir nicht auf einen Spielstil festlegen können.
Natürlich gibt es noch einige Zwischenstationen zwischen diesen 4 Hauptspiel-Stielen.
Dennoch solltest Du Dich auf „Tight-Aggressive“ als Deinen Hauptspielstil festlegen, mit dem Wissen hier und da ein wenig den Stil zu mixen , um nicht zu berechenbar zu werden.
Wichtig für Dich ist hierbei, dass Du lernen musst, wann es Zeit ist, den Stil abzuwandeln und in welcher Art abzuwandeln. Du musst lernen Deine „Tells“ so zu setzen, dass Du Deine Gegner an der Nase herumführst.
Wenn Du Techniken wie diese über den Spielstil lernst, wirst Du in der Lage sein, kontinuierlich beim Texas Holdem Poker zu gewinnen.

0 Comments:
Kommentar veröffentlichen
<< Home